Donnerstag, 29. August 2013

Liebe in Zeiten des Internets...

Sagen wir es mal so: Ich bin froh, meinen Freund zu haben. Single zu sein ist nämlich heutzutage scheinbar sehr kompliziert!

Folgendes ist passiert: Ich wurde von einem Unbekannten auf Facebook "angestupst". Jasmin stupst zurück. Er auch. Das hätte so weitergehen können, bis Mark Zuckerberg kapiert hätte, dass diese Funktion komplett bescheuert ist. Dann wurde kurz hin und her geschrieben. Ich erwähnte dann aber doch besser mal meinen Freund, obwohl in meinem Profil ersichtlich - man weiß ja nie. Typ : Na endlich ist es raus, dass du einen Freund hast. Antwort von mir: Steht doch in meinem Profil? Seine Reaktion: Oh stimmt, muss ich "überlesen" haben.

Und dann kam die beste These überhaupt: Er hatte mal gehört das Frauen mit einem Typ ins Bett gehen, wenn dieser sie dreimal anstupst. Da hatte er nur gedacht...

Ich muss schon sagen: Revolutionär.

Wer hätte gedacht das ein harmloses Anstupsen so verrucht sein kann? Was würde wohl Angela Merkel dazu sagen? DAS war nämlich sogar Neuland für mich!

Nun muss ich ehrlich zugeben, dass ich ein bisschen Mitleid mit all den Singles da draußen habe. Wenn schon anstupsen ein heimlicher Code sein soll, was lauert da dann noch? Dreimal in der Bahn angucken bedeutet Verlobung?

Wer es ganz direkt haben will, kann sich ja auch gleich die App "bangwithyourfriends" runterladen und schauen, wer in seinem Freundeskreis mehr von einem will als nur Freundschaft. Was, erschließt sich ja recht schnell aus dem Namen der App.

Aber mal ehrlich: Will man das wirklich wissen? Wahrscheinlich hat dieses von arglosen Programmierern erstellte Tool (bestimmt alle bildhübsch und vergeben...ähem) schon so einige Freundschaften zerstört. "Ähm nee, Bier trinken ist heute nicht. Ich glaube wir wollen nicht das gleiche voneinander. Und nach zehn Jahren Freundschaft hättest du mir das ruhig vorher mal sagen können. Bist du nicht eigentlich mit meiner besten Freundin zusammen?".

Jaja, alles nicht so leicht heutzutage. Im Fernsehen blubbern einem gutaussehende Singles entgehen, dass "die Auswahl riesig sei" und sie ja "so gerne beim Testsieger sind". Meine Frage: Wenn die Auswahl angeblich so riesig ist, warum sind die dann noch alleine? Und wenn der Traumpartner laut deren Werbung gleich in der Nähe ist, warum zahlen sie dann monatlich etwas um denjenigen kennenzulernen und laufen nicht einfach rüber und klingeln? Alles bisher unbeantwortete Fragen.

Findet man die Liebe denn tatsächlich so? Ich will es nicht ausschließen. Aber für mich sind diese Partnerbörsen in etwa so, wie im Internet shoppen. Allzu oft sehen die Klamotten in echt dann viel weniger schön aus als auf dem Bild, passen nicht oder sind nicht mehr vorrätig. Da bin ich schon immer lieber gleich in den Laden gegangen und habe da geschaut, ob mir etwas gefällt. Oder eben raus auf die Straße.

Da muss man immerhin niemanden anstupsen ;)

Donnerstag, 25. Juli 2013

Das ganz normale Leben und andere Dinge

Es gibt Dinge im Leben, die werde ich wohl niemals verstehen. Warum bin ich zum Beispiel abends immer hellwach und morgens auf dem Stand "Lass mich, ich brauche erst Kaffee. So...fünf Liter". Stimmt irgendetwas mit meinem Nervensystem nicht? Wurde ich als Kind vielleicht mal in einer Tiefschlafphase geweckt und habe diesen Schock nie überwunden? Man weiß es nicht.

Eine andere Absurdität unseres Lebens: Ist euch mal aufgefallen, dass "Normal" ausstirbt? Die Teenie-Mädels heutzutage sind entweder seeeehr dünn und tragen Shorts oder seeeehr dick und tragen...Leggins mit T-Shirt. Oder Strumpfhosen mit T-Shirt. Oder nur T-Shirt. Und bei der anderen Variante komme ich nicht umhin mich zu fragen: Essen die einfach seit ihrem 12. Lebensjahr nichts mehr? Oder machen heimlich nach den Hausaufgaben noch drei Stunden Sport? Man sollte dem mal nachgehen. Vielleicht ist das aber auch die natürliche Evolution, die inzwischen einfach zuviel Germany's Next Topmodel geguckt hat. Dann könnte sie aber bitte schön auch endlich mal kapieren, dass Frauen außer auf dem Kopf keine Haare brauchen. Mal ehrlich, langsam sollte das doch drin sein, oder?

Desweiteren würde ich gerne wissen, warum eben jene Kopfhaare ab einer bestimmten Länge einfach nicht mehr weiterwachsen. Gut zureden, Shampoo für langes Haar...nichts hilft. Ich höre meine Spitzen förmlich in sich reinkichern, während ich deprimiert vor dem Spiegel stehe. Vielleicht ist es ihnen aber auch einfach zu heiß. Ich breche jetzt nämlich gleich ein unglaubliches Tabu.

Sitzt ihr alle?

Okay: Mir ist es zu warm.

Jaaaa ich weiß, der erste der dieses Jahr über das Wetter meckert und so weiter und so fort. Aber als ich mir Sommer gewünscht hatte, schwebten mir so 28º C vor (in meiner Urlaubszeit sind auch 30º C akzeptiert) und nicht achtunddreißig Grad im Schatten während ich arbeiten muss. Um dann nach Feierabend nach freundlicher Bürokühle von einer Saharawelle überrollt zu werden. Ich gehöre auch nicht zu den Menschen, die bei sengender Hitze aussehen, wie aus dem Ei gepellt. Bis mein Körper sich auf der Zugfahrt zurück nach Karlsruhe akklimatisiert hat, sehe ich wohl einfach so aus als wäre mir...heiß :D
Ich hasse wirklich Wetter, das grau in grau ist, aber irgendwann klopfe ich mal bei demjenigen, der da oben unser Wetter macht und frage, ob er endlich aufhören könnte zu kiffen.

Vielleicht sollte ich aber auch einfach mal nach Büroschluss in unseren neuen Karlsruhe-Innenstadteigenen-Pool springen? Hat den schonmal jemand gesehen? Benutzt? Er mag sich bisher erfolgreich vor mir verstecken, aber warte nur ab du...Pool du!

Also macht euch bereit. Denn wenn dann noch Dieter Bohlen kapiert, dass ihn außer er selbst wirklich niemand mehr sehen will, kann der Sommer auch für mich kommen ;)

Mittwoch, 3. Juli 2013

Ewige Liebe und das große Ganze

In zweihundert Jahren werden Gespräche wohl ungefähr so stattfinden:

"Und wie lange seid ihr schon zusammen?"
"Fünf Monate..."
"WAS?Krass!Das ist ja was total ernstes."
"Hmm nee. Er ist schon toll, aber so langsam brauche ich frischen Wind. Außerdem atmet er auch immer so...atmig. Das nervt! Ich weiß ja nicht wie meine Mum das aushält, die ist schon seit EINEM Jahr verheiratet. Aber mit ihrer Hochzeitsflat ist sie ja sowieso auf der sicheren Seite. Da gab es so ein tolles Angebot von willyoumarryagain.com, drei Mottohochzeiten für nur 5000 € bei Einlösung innerhalb von sechs Jahren. Da will man ja auch was für sein Geld".

Das ist natürlich minimal übertrieben, aber wenn man sich so umschaut könnte man meinen, dass es die Liebe aus den Disneyfilmen einfach nicht mehr gibt. Ausgestorben. Ist das wirklich so?

Viel eher haben sich wohl die Umstände geändert. Ich will nicht sagen, dass unsere Urgroßeltern alle sehr unglücklich und sehr lange zusammen waren. Aber dass es früher nicht so einfach war, sich zu trennen, ist für mich ein nicht unrelevanter Fakt. Es gab kein Internet, um Millionen neuer potenzieller Partner vor Augen zu haben, die Rolle der Frau war doch meist auf Haushalt und Kinderbetreuung beschränkt und es hat sich schlicht und einfach nicht "geschickt", sich zu trennen oder gar scheiden zu lassen. Das hatte vielleicht den Vorteil, dass man sich einfach mehr Mühe gab. Wenn ich weiß, dass eine neue Partnerwahl mehr als schwierig wird, werde ich doch umso mehr Zeit darauf verwenden, mir die positiven Eigenschaften des Anderen vor Augen zu führen. Allerdings gab es bestimmt auch einige Frauen, die in das Korsett einer Liebe gezwängt wurden, welche viel mehr ein Gefängnis als Schloss für sie war.

Unsere Informationsgesellschaft dagegen gaukelt uns heute tagtäglich vor, dass es immer noch ein Stück besser geht. Du arbeitest einfach nur? Andere verwirklichen sich in ihrem Job täglich selbst und schweben in einer Wolke aus Glückseligkeit aus dem Büro. Freizeit ist kein schnödes auf der Couch gammeln mehr, außergewöhnliche Hobbys müssen es schon sein. Und wer noch kein Burn-Out hatte, sondern einfach nur "ein bisschen depri" ist, braucht ja erst gar nicht zu jammern. Hallo? Es gibt schließlich Menschen, die schaffen es trotz eines gaaaaaanz schlimmen "Ausgebrannt-seins" noch ein Buch darüber zu schreiben und von Talkshow zu Talkshow zu hüpfen, da wirst du ja jetzt mal bitte ganz ruhig sein auf den billigen Plätzen.

Genauso hoch ist der Druck auch in einer Partnerschaft. Es soll ja bitteschön nicht nur irgendeiner sein, sondern der eine. Nicht das Mädel von der Tanke, sondern das aus deinen kühnsten Träumen. Um ehrlich zu sein wissen ganz viele von uns gar nicht mehr, was genau jetzt eine gute, harmonische Partnerschaft ist. Verstehen wir uns einfach nur sehr gut oder ist das schon langweilig? Streiten wir zu oft oder zu selten? Hab ich eigentlich noch genug Freiraum? Ist es normal, dass ich meinen Partner manchmal zum Mond schießen könnte und trotzdem unglaublich liebe? Könnte ich eventuell noch etwas besseres haben?

Das in jeder Beziehung irgendwann die rosarote Brille gegen das ganz normale Alltagsleben ausgetauscht wird, ist mittlerweile wohl jedem klar.  Diese Unsicherheit, mit der uns diese Tatsache konfrontiert, ist meiner Meinung nach aber relativ neu. Man möchte die Liebe seines Lebens, oft verbunden mit Heirat und Kindern und Rollstuhlrallyes im Altenheim. Aber diese Idee auf die jetzige Partnerschaft zu übertragen, macht vielen von uns Angst. Ich kenne genug Männer die sagen, sie lieben ihre Freundin von Herzen, heiraten möchten sie diese aber nicht. Theoretisch das Leben miteinander verbringen - Ja klar. Das ganze aber jetzt schon quasi schwarz auf weiß vor sich zu sehen - Hilfe!

Wir leben in einem Pool aus zehntausend Möglichkeiten, das macht das ganze so schwer. Woher soll ich wissen, ob diese Möglichkeit tatsächlich richtig für mich ist, wenn es da draußen theoretisch noch tausend andere gibt?

Dabei ist eine gute Beziehung doch ein bisschen so wie seine Lieblingsjeans. Man kann noch so viele andere Jeans anschauen, am Ende ist man doch froh über diese eine, in der man sich absolut wohlfühlt, die immer passt und in der man gut aussieht. An schlechten Tagen gibt sie einem wieder Selbstbewusstsein und an guten Tagen lässt sie dich noch mehr strahlen. Man schaut vielleicht neuere Modelle an, aber insgeheim würde man sich nie von dieser einen Hose trennen. Aber selbst eine "Lieblingsjeans" kann irgendwann nicht nochmal geflickt werden, passt nicht mehr oder wir finden sie plötzlich gar nicht mehr so schön.

Heißt das nun, dass es die eine große Liebe gar nicht gibt?

Vielleicht. Wenn man das aber als eine mögliche Tatsache akzeptiert und sich trotzdem überraschen lässt, ist die Chance, sie zu erleben, zumindest größer. Ausnahmsweise mal nur schrittweise denken und nicht an das große Ganze. Wenn du jeden Tag etwas in deiner Beziehung findest, dass dich freut, ergibt das 365 Tage ziemlich viele schöne Momente und irgendwann mit ein bisschen Glück sogar viele Jahre. Vielleicht haben unsere Großeltern gar nicht gedacht "Oh Gott und mit dieser Person soll ich den ganzen Rest meines Lebens verbringen?" sondern "Schön, dass er/sie heute an meiner Seite ist". Und das jeden Tag. Oder zumindest jeden zweiten.

Vielleicht reicht das schon? Wer weiß?

Probieren lohnt sich doch allemal!

Meine Eltern zum Beispiel sind schon seit über fünfundzwanzig Jahren zusammen und wie jede Beziehung hatten auch sie Höhen und Tiefen und hätten sich bestimmt so einige Male auf den Mond schießen können. Aber wenn ich sie zusammen rumalbern und lachen sehe, dann denke ich "So etwas will ich auch mal!".

Aber auch wenn man feststellen sollte, dass es eben nicht gepasst hat, man gerade frisch getrennt ist oder schon eine ganze Weile Single. Das gute an der Liebe heutzutage: Wenn es die eine große Liebe gar nicht gibt, dann hast du noch ziemlich viele Chancen, die zweite, dritte oder vierte zu erleben. Und falls es sie doch gibt? Die eine Person für dich? Dann bist du ihr wahrscheinlich einfach noch nicht begegnet ;)

Mittwoch, 26. Juni 2013

Warum unser Leben wie Joko & Klaas ist...

Wir alle sind täglich auf der Suche danach. Während der Arbeit, in unserer Beziehung, in unserer Freizeit. Diese allumfassende Zufriedenheit, dem Gefühl, dass gerade alles perfekt ist und der Himmel blau und die Sonne gelb und...

Okay lassen wir das.

Zwischem diesem Gefühl und uns steht praktisch nur ein dünnes Blatt Papier, auf dem "Leben" steht. Oder der Kollege, der so unfreundlich war. Der Chef, der einen ja wohl total ungerechterweise angeblafft hat. Die Haare, die nicht richtig sitzen. Und wenn sie endlich mal richtig sitzen regnet es. Die Stunde, die sich jemand verspätet. Oder auch nur das Schild des neuen Shirts, das so furchtbar kratzt.

Es gibt viele Dinge, die einen unzufrieden stimmen können.

Manchmal ist es sogar so, dass eigentlich tatsächlich einmal alles perfekt ist. Und dann? Ist man total verunsichert, weil da ja plötzlich gar nichts mehr ist, über das man nachdenken kann. Es kann doch nicht sein, dass etwas einfach so ohne eigenes Zutun und rein aus dem Moment heraus...gut ist?

So traurig es ist, manche von uns halten die vielen kleinen Nörgeleien im Leben auch zusammen. Man hätte sich vielleicht gar nicht so viel zu sagen, wenn man nicht gemeinsam über den oder die Lästern...ach nein, entschuldige "Tatsachen erörtern" ;)...könnte. Manche Menschen hätten sogar fast nichts mehr zu sagen, wenn sie sich nicht über die lange Schlange an der Supermarktkasse, das kreischende Kind, das zu heiße/kühle/graue/gerade aktuelle Wetter echauffieren könnten.

Aber ich persönlich sehe das so (und versuche das mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg auch umzusetzen):

Unser Leben ist doch eigentlich wie Joko & Klaas.

Es ist nicht perfekt, aber es hat irgendwie was.

Wenn man es ganz genau betrachtet, macht es manchmal ziemlich dumme Sachen und wenn man noch genauer darüber nachdenkt, macht vieles eigentlich gar keinen Sinn. Ist gelinde gesagt sogar total bescheuert.

Aber wenn man es schafft, nicht alles so furchtbar ernst zu nehmen, nicht jede Kleinigkeit zu zerdenken oder den Sinn der Welt zu entschlüsseln und auch akzeptieren kann, dass nicht alles gleich den Mega-Sinn macht oder eben einfach nur deswegen gut ist weil...na, weil es eben gut ist...

 ...dann macht es doch ziemlich viel Spaß.

Findet ihr nicht?

Montag, 24. Juni 2013

Ein wenig Glück...

So, zur Feier dieses grauen Tages hier eine Liste der Dinge die mir gute Laune machen. Wer da nichts für sich selbst findet, ist grade mal selbst schuld ;)

Sommerregen, der einem ganz warm auf die Haut fällt. Das erste Frühlingseis. Das zweite Frühlingseis. Überhaupt jedes Eis, bei dem die Sonne scheint. Lachen, bis man Bauchschmerzen hat. Hartz4-TV gucken und sich gut fühlen, weil man SO tief dann doch noch nicht gesunken ist. Auf den Kontoauszug gucken, nachdem man Gehalt bekommen hat. Sein "Wollte-ich-unbedingt-haben-war-aber-zu-teuer-Teil" im Schlussverkauf finden. Nachts aufwachen, auf den Wecker gucken, Herzinfarkt bekommen, feststellen das Wochenende ist, glücklich wieder einschlafen. Pizza mit extraviel Käse - einfach so. Mit Menschen Zeit verbringen, die man wirklich mag. Den Begrüßungskuss, wenn man sich endlich wiedersieht. Einen Brief in der Post, der keine Werbung ist...und keine Rechnung. Über 2000 Klicks bei seinem Blog haben. Wissen, dass man gerade etwas richtig gut gemacht hat. Neben jemandem aufzuwachen, den man liebt. Eingekuschelt auf der Couch die Lieblingsserie gucken. Der erste Urlaubstag, wenn noch ganz viel neues vor einem liegt. Einen netten Menschen kennenlernen und noch nicht wissen, wie lange er einen begleiten wird. Jemandem verzeihen. Ein Kompliment bekommen. Jemanden zum lächeln bringen. Regenbogen. Sich manchmal wieder als Kind fühlen. Theater spielen. Immer wieder überrascht sein, dass da doch noch Lieder kommen, die unbeschreiblich schön sind. Die ersten Zeilen eines neuen Buches. Der Geruch von Flieder. Eine SMS zu bekommen, als du gerade dabei warst, dieser Person auch zu schreiben. Zu merken: Mit dieser Person werde ich auch mit 80 noch stundenlang quatschen können. Feststellen, dass dich jemand trotz deiner Macken liebt. Unvernünftig sein. Mit seinen Eltern telefonieren. Einen richtig guten Kinofilm sehen. Gewitter - während du gemütlich drinnen sitzt. Um sein Leben rennen und die Bahn gerade noch bekommen. Genau das zu bekommen, was man sich gewünscht hat. Kinder beim Welt erkunden zusehen. Germany's Next Topmodel gucken, dabei Schokade essen und denken "Muahaha". Frische Erdbeeren. Spontan frei nehmen. Es schaffen einen Witz zu erzählen - ohne vorher selbst vor Lachen zu ersticken. Etwas neues lernen. Einen Ort besuchen, den du schon immer sehen wolltest. Ausschlafen dürfen. Wenn du draußen bist, es anfängt richtig zu regnen und du irgendwann feststellst...nasser wirst du eh nicht mehr. Kinotrailer anschauen und denken "Da will ich rein...und da...und da!". Weggehen und denken "Ha!Und ich bin Single. Wie geil". Geld finden. Der Zauber des Anfangs. Der Geruch frischgewaschener Bettwäsche. Nebeneinander liegen und so richtig glücklich sein. Pyjamaparty mit Freunden. Genau richtig aufzuwachen. Kaffee, wenn man todmüde war. Feuerwerke. Blumen bekommen. An jemandem vorbeilaufen, der richtig gut riecht. Im Hotel schlafen und ewig duschen dürfen. Ehrliches Lob bekommen. Die vielen tausend Momente mehr...

Und jetzt seid ihr dran!Was macht euch glücklich? Die drei schönsten Ideen werden zur Abstimmung freigegeben und der Gewinner bekommt eine Überraschung. Die machen schließlich auch glücklich :)

Donnerstag, 20. Juni 2013

Der Kummer mit der Liebe...

Wir alle kennen ihn, ob mehr oder weniger. Dieses Gefühl, wenn dich jemand verlassen hat und du einfach nur traurig bist. Manchmal auch wütend. Verzweifelt. Überzeugt davon, dass du so jemanden nie wieder finden wirst. Oder davon, dass du dich auf so eine/n nie wieder einlässt. Man kann sogar Liebeskummer haben, wenn man selbst Schluss gemacht hat. Weil sie da wieder zerronnen ist, die Idee davon, wie Liebe sein könnte. Dass es diesmal etwas "Richtiges" gewesen sein könnte. Und man sehr unsanft auf dem Boden der Realität landet.

Es ist sehr schwierig, an dieses Thema heranzugehen, aber ganz allgemein möchte ich mal das loswerden:

Liebeskummer ist scheiße. Und nichts und niemand hat das Recht dir vorzuschreiben, wie lange du deprimiert sein darfst. Sprüche à la "Andere Mütter haben auch..." gehören meiner Meinung nach mit je fünf Packungen M&Ms auf das Strafregister "Dinge die man bei Liebeskummer besser nicht macht", kurz DdmbLbnm genannt, gesetzt. Natürlich ist es auch für die anderen nicht leicht, besonders falls sie die betreffende Person vielleicht gar nicht soo toll fanden. Aber glaubt mir, man leidet meistens schon genug. Platte Sprüche - wenn auch oft gar nicht böse gemeint - helfen da niemandem.


Das schwierige an Liebeskummer ist, dass man im Grunde etwas betrauert, das gar nicht tot ist. Die Person kann einem im schlimmsten Fall immer noch täglich begegnen. Da schickt es sich nicht, ständig verheult durch die Straßen zu laufen. Falls angesprochene Person einem zufällig begegnet, will man ja nicht gerade aussehen wie der neue Cast für die Tatort-Leiche, sondern im besten Falle so, dass er/sie denkt "Und diese Person habe ich abgeschossen? Mann, diese neuen Kopfschmerztabletten haben echt krasse Nebenwirkungen..."

Was übrigens erschwerend dazukommt (von mir selbst erlebt):

Jeder verdammte Mensch scheint eine Geschichte von einem Bruder der Tante dessen Schwagers zu kennen, in denen sich erst jemand getrennt hat, um dann hochemotional festzustellen, dass das ja wohl der größte Fehler der Menschheit neben der Erfindung von Tilman's Toasties war und die andere Person unter hochromantischen Gesten und lauthalsen Liebesbekundungen wieder zurückgewonnen hat. Und wenn sie nicht gestorben sind...

Solche Geschichten sind (solange sie tatsächlich passiert sind) wirklich romantisch. Aber sie vermitteln einem leider auch das Gefühl "dass der/die andere ja vielleicht auch nur geistig umnachtet war und zu einem zurückkommt".

Groooßer Fehler!

Ich kann ja jetzt nur aus weiblicher Sicht sprechen, aber meine persönliche Erfahrung ist, das Männer meist nicht nur weniger sondern vor allem anders leiden. Da wird das Selbstbewusstsein kurz mit einem Quickie gestärkt und sich mit einer neuen Flamme getröstet.

Quatsch!

Das gibt es natürlich auch, aber: Die meisten Männer schaffen es einfach nur viel besser, einen Haken hinter das Ganze zu setzen. Ob das jetzt so gut ist, darüber bin ich noch am Zweifeln, aber so ist bisher meine Erfahrung. Große Aktionen mit Flugzeugbannern und Megafon auf dem Marktplatz hab ich dagegen noch nie erlebt. Hmmm…

Ich weiß, dass es aber bestimmt auch Männer gibt, die wie die Hunde leiden. Die scheinen dann aber vorzugsweise Sänger geworden zu sein ;) (Anmerkung: Habe nach dieser Aussage eine Umfrage im Freundeskreis gemacht, da waren immerhin drei dabei, die schon einmal so richtig Liebeskummer hatten, es scheint sie also doch zu geben^^)

Ich kennen auch Menschen, die nie Single sind und Liebeskummer einfach "Wegbeziehungen". Kaum stand eine Trennung an, schwuppsdiwupps war die/der nächste da.

Sind diese Personen nun zu beneiden? Immerhin sind sie nicht alleine, sitzen nicht mit einer großen Packung Ben&Jerrys auf der Couch und gucken Actionfilme (Liebesfilme sind in solchen Situationen nicht zu empfehlen, manchmal braucht man einfach gepflegtes Rumgeballere).

Meiner Meinung nach nicht. Man will es oft nicht hören, aber ein gutes hat Liebeskummer tatsächlich: Wenn man sich durch das Tal der Tränen gekämpft hat, wartet am Ende oft etwas Besseres. Sei es, dass man gelernt hat das man viel stärker ist als man dachte, dass  - wenn man ganz ehrlich ist - der Typ auch richtig doofe Macken hatte, oder weil man in einer neuen Beziehung nicht mehr die gleichen Fehler macht und alles viel mehr zu schätzen weiß. Ich kenne zum Glück keine einzige Person, die von der Liebe nicht doch wieder gefunden wurde, so gut sie sich auch verstecken wollte.

Liebeskummer hat übrigens meiner Erfahrung nach auch nichts mit der Länge der Beziehung zu tun. Ich kenne Paare, die sich nach sechs Jahren getrennt haben und damit mehr im Reinen waren, als andere nach fünf Monaten. Es wird einem eben immer etwas entzogen. Eine Person die man geliebt hat (oder es in manchen Fällen zumindest glaubte), das Gefühl zu jemandem zu gehören und nicht zuletzt auch die Bestätigung, liebenswert zu sein.

Besonders schwer haben es da Menschen, die sich sehr über ihren Partner definieren. Wenn man nach drei Jahren fast nur noch mit "seinen" Freunden weg war und die eigenen Interessen so ziemlich aufgegeben hat, was bleibt einem da von sich selbst nach einer Trennung?

Das ist also auch ein Tipp für die Nicht-Singles unter euch. Euer Partner darf und soll euer Leben schöner machen. Aber er sollte niemals der einzige Grund dafür sein.

Liebeskummer werdet ihr vielleicht irgendeinmal trotzdem haben.

Aber dann betrauert ihr das Verlorengehen einer Liebe.

Nicht das Verlorengehen von euch selbst.

Samstag, 15. Juni 2013

Selbstzweifel und andere unnötige Dinge

Hallo Ihr Lieben,

nach eine repräsentativen Facebookumfrage (auf der dann irgendwann alle nur Kekse und Eis wollten, wozu mir nur eins einfällt: Kekse? Eis? Bin dabei!) habe ich nun dieses Thema gewählt. Für eine bessere Welt und so ;)

Männer an sich haben ja oft scheinbar keine Selbstzweifel. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ein Kerl vor dem Spiegel steht und denkt "Arsch zu groß/klein/flach/rund, Oberweite zu erdanziehungskraftgebeutelt/klein/unterschiedlich...so wird das nie was". Vielleicht ist das aber auch eine totale Fehleinschätzung. Nein wartet, eigentlich WEISS ich, dass es eine ist. Der Unterschied darin ist wohl nur, wie wir damit umgehen. Wenn ein Kerl eine superheiße Frau abschleppt, denkt er bei sich sowas wie "Krass, ich muss ein ziemlicher Feger sein, wenn die auf mich steht. Selbstzweifel Ende", eine Frau dagegen denkt "OMG!Warum steht der ausgerechnet auf mich? Hilfe! Dem wird doch garantiert irgendwann auffallen, dass ich ja wohl alles andere als perfekt bin. Aaaaaah!!" und dann "Ich muss bei Gelegenheit mal unauffällig nachfragen, warum der gerade auf MICH steht".

Ab da wird es dann anstrengend für die Männer der Schöpfung. Man kann es kaum glauben, aber es scheint tatsächlich Exemplare zu geben, die ihre Mädels genau so lieben, wie sie sind (Ja ich weiß, ich glaube es ja auch nicht ;)). Für diejenigen sind nicht unsere Zweifel an sich nervig, die hat wohl jeder mal. Aber wenn wir schon zum fünften Mal nachfragen, ob er uns nicht doch zu dick findet, á la "Echt nicht? Du findest also ich bin genau richtig so?" DANN wird es nervig für ihn. Typen denken einfach nicht so kompliziert wie wir, mehr so "Ich hab ihr doch schon einmal gesagt, dass sie für mich perfekt ist. Ist immer noch so. Muss reichen".

Mehr als es uns sagen können sie eben nicht. Glauben müssen wir es schon selbst.

Ich glaube allerding auch, dass viele von uns eigentlich eine ziemlich realistische Selbsteinschätzung haben. Ich weiß, dass ich kein Supermodel bin, aber eben auch keine Kandidatin für Schwiegertochter gesucht. An vielen Tagen fühle ich mich sehr wohl damit. An anderen denke ich "Man reiche mir eine Papiertüte und stülpe sie über meinen Kopf. Danke!". An solchen Tagen mache ich dann etwas, was im nettesten Fall als Rückversicherung bezeichnet werden könnte, im schlechtesten als reines Fishing for Compliments. Das Problem dabei? Selbst wenn einem dann jemand sagt, dass man genau so in Ordnung ist, wie man eben ist...man glaubt es nicht. Aber wie sollen die anderen dir etwas sagen, mit dem du dich besser fühlst, wenn du es insgeheim gar nicht annehmen willst? Weil man denkt "Ja klar, das muss der ja jetzt sagen" oder "Das sagen die ja jetzt eh nur, damit ich die Klappe halte". Wird schwierig.

Vielleicht ist es am einfachsten, dass ganze so zu sehen: Ob wir jemanden schön finden, mögen oder sogar lieben, hängt recht wenig nur vom Aussehen ab. Aber auch nicht rein vom Charakter. Es ist dieses Zusammenspiel von beidem. Die Art wie jemand lacht. Oder uns aufmerksam zuhört. Wie er die Augen zusammenkneift, wenn er sich konzentriert. Wie er uns zum Lachen bringen kann, selbst wenn uns eigentlich eher zum heulen war. Wenn du jemanden auch nachts um zwei noch anrufen kannst und er nach einer Minute "Sag mal spinnst du, ich muss morgen früh raus. Ich hasse dich"- Gemotze trotzdem für dich da ist und sich geduldig deine Probleme anhört. Die Art, wie jemand riecht. Diese Augen, die du stundenlang einfach nur anchauen könntest. Es gibt tausend Gründe, warum wir jemanden sympathisch finden. Aber ich habe noch niemanden sagen hören "Die? Total nett an sich, aber zu wenig Oberweite, mit der will ich nichts machen" oder "Ich WÜRDE dich ja echt klasse finden, aber dein zu flacher Hintern macht mir das leider unmöglich".

Du magst deine Freunde, obwohl du ihre Macken kennst. Ihre Unpünktlichkeit, dass sie echt oft auf ihr Smarthone gucken, total verpeilt sind oder eben keine Modelmaße haben. Weil sie dein Leben schöner machen. So geht es den anderen mit uns auch.

Es tut mir Leid, dass ich hier jetzt nicht sowas schreibe wie "Es gibt nichts an dir auszusetzen, du bist perfekt". Aber niemand ist das. Du nicht. Ich nicht. Jessica Alba nicht (Na gut, die vielleicht schon). Ich weiß, dass ich keine Doppel-D Oberweite habe, aber meistens weiß ich zum Glück auch, dass es noch andere Dinge im Leben gibt.

Wenn dich also mal wieder etwas an dir stört, dann denke daran, dass wir ein Zusammenspiel aus Millionen verschiedener Puzzleteile sind. Das eine Teil an dir mag vielleicht etwas dunkler oder nicht so schön sein wie die anderen. Aber mit den anderen Teilen macht es dich genau zu dem Bild, welches du sein sollst.