Donnerstag, 3. Juli 2014

Die Sache mit den Meinungen...

Mir sind in den letzten 24 Stunden zwei Dinge passiert, die mich sehr zum Nachdenken angeregt haben. Gestern Abend hat eine Person, die sich schon öfter negativ über meine Posts auf Facebook geäußert hat, einen nennen wir es mal „seminetten Kommentar“ bei mir hinterlassen. Zuerst war ich verletzt. Dann fühlte ich mich ein wenig an mich erinnert. Früher hatte ich Leute in meiner Freundesliste, deren Posts mich tagtäglich nervten, aber statt sie einfach zu löschen, regte ich mich immer schön weiter auf. Es hatte auch etwas amüsantes, sich darüber lustig zu machen. Es ist ein wenig, wie RTL2 gucken und sich über die bescheuerte Schauspielkunst auszulassen – aber dennoch nicht umzuschalten. Irgendwann beschloss ich dann aber, dass dies weder der anderen Person noch mir etwas bringt. Es gibt Menschen, deren Gefühle, tagtäglichen Erlebnisse, ob groß oder klein, und Meinungen interessieren mich. Weil ich sie mag, sie zu meinem Leben gehören und ich mich darüber freue, von ihnen zu lesen. Wenn dich Kommentare und Mitteilungen von anderen Leuten aber nerven ist es ziemlich wahrscheinlich, dass sie eben keine Rolle in deinem Leben spielen sollten.

Ich habe besagter Person also folgende Nachricht geschrieben:

Personen, deren Posts mich nerven (so wie es dir mit mir zu gehen scheint) lösche ich übrigens. Spart beiden eine Menge Energie ;)

Darauf bekam ich folgende Nachrichten:

Ja ich habe nur auf den richtigen Moment gewartet, der ist jetzt. Machs gut!

Du magst ja ganz nett sein aber stimmt, dein Internet-ich ist unerträglich für mich. Also sei nicht traurig, wir passen einfach nicht zusammen :D ( und bitte, bitte mach dir ein paar mehr Gedanken über Politik)

Jetzt kommt der Teil, der mich nachdenklich gemacht hat: Mein Text oben klingt furchtbar abgeklärt und weise. Aber NATÜRLICH haben mich ihre wiederkehrenden Kommentare nachdenklich gestimmt. Poste ich zu viel Mist? Interessiert es überhaupt irgendjemanden, was in meinem - im Großen und Ganzen betrachteten ja doch eher unwichtigem - Leben vor sich geht? Und denken vielleicht so wie sie auch Menschen über mich, die mir sehr wichtig sind? Einerseits möchte ich nicht, dass da draußen zwanzig Menschen tagtäglich meine Facebook-Seite aufrufen und denken „Gott, das Mädel ist so unterbelichtet, da hilft selbst eine LED-Leuchte nichts mehr“, andererseits möchte ich auch nicht darauf verzichten, Momente meines Lebens mit anderen zu teilen. Ich mag diese vielen kleinen Dingen, die mir und anderen passieren, die mal lustig, mal traurig sind und die man dank Facebook, Twitter und Co. innerhalb weniger Sekunden in die Welt hinausschreiben kann. Dennoch bin ich heute Morgen mit dem unbestimmten Gefühl aufgewacht, dass ich nicht genau weiß, ob ich z. B. diesen Blog wirklich weiterführen oder meine Facebook-Geschichten etwas zurückschrauben sollte.

Dann ist mir auf dem Weg zu meinem Arbeitsplatz in Stuttgart folgendes passiert:

Ich bin Pendlerin und habe eigentlich immer mein Tablet oder ein Buch dabei. Ich gehöre zu den Leuten, die auch im Zug lachen oder vor sich hin kichern, wenn etwas besonders lustig ist. Ich kann einfach nicht anders, wenn etwas lustig ist, muss es raus. Habt ihr schonmal ein Kinsella-Buch gelesen, ohne laut zu lachen? Seht ihr? Heute Morgen habe ich im Zug jedenfalls erst gelesen und dann auf dem Weg zu meinem Bäcker Hörbuch gehört, als mir plötzlich jemand auf die Schulter tippte. Ich drehte mich um, nahm meine Ohrstöpsel heraus und lächelte einigermaßen freundlich (so gut das ohne morgendlichen Kaffee bzw. bei mir ohne heiße Schokolade eben geht ;)) Es war ein Mann um die 30 und was er mir sagte, haute mich echt ein bisschen um. Er sagte, er habe mich schon öfter im Zug gesehen und ich sei ja immer mit meinem Tablet oder Buch unterwegs. Er wollte mir nur mal sagen, dass es ihn immer so freut, wenn ich mich so über das amüsiere was ich da lese bzw. höre und dass er das sehr erfrischend findet. Er hatte schon öfter versucht auf sich aufmerksam zu machen, aber ich sei immer so vertieft gewesen, jetzt hätte er es eben so versucht.

Ganz ehrlich, dieser Mann (Antony, danke nochmal, falls er das irgendwann mal lesen sollte) kam mir – so kitschig es klingt – ein bisschen vor, wie ein Zeichen. Denn ganz ehrlich: Warum erzählen wir Sachen von uns auf Facebook, teilen mehr oder weniger intensiv unsere Gemütszustände, Essensangewohnheiten und Aufreger des Tages mit. Weil wir erreichen wollen. Mit anderen kommunizieren, verstanden werden und selbst verstehen. Und als dieser Mann das heute zu mir sagte wurde mir eines klar: Es wird immer IMMER Menschen geben, die dass, was wir machen absolut bescheuert finden werden. Egal was wir tun und wie wir uns verhalten, einigen wird es immer missfallen. Wir sind eben nicht alle gleich, und das ist ja auch verdammt gut so. Aber es gibt auch Menschen, die sehen und lesen gerne dem zu, was du machst. Denen zaubert es vielleicht ein Lächeln ins Gesicht, sie werden zum Nachdenken angeregt oder lenken sich damit kurz vom öden Alltag ab. Solange es also nur eine Person gibt, bei der meine Geschichten genau das bewirken, mache ich weiter. Weil mir diese Emotionen zehntausendmal wichtiger sind, als die weniger tollen. Es ist nicht falsches daran, sein Leben mit den anderen zu teilen. Man sollte es wohl nur mit den richtigen Leuten machen. Dieser Gedanke hat mich wahnsinnig aufgebaut. So sehr, dass ich es doch tatsächlich mal wieder geschafft haben, einen Blogeintrag fertig zu schreiben. Vielleicht bekommen ja die vielen anderen angefangenen und in der Mitte beendeten und somit unveröffentlichten Blogs jetzt eine zweite Chance ;)

Eine Bitte habe ich aber: Wenn ihr auch solche Personen wie ganz oben beschrieben in eurer Freundesliste habt oder es euch sogar mit mir so geht: Löscht sie/mich doch einfach. Und beschäftigt euch mit den Menschen, deren News euch wirklich am Herzen liegen. Das würde die (Facebook-)Welt ein kleines bisschen netter machen. Und manchmal ist ein kleines bisschen mehr, als man erwarten kann!

Dienstag, 25. Februar 2014

Die Sache mit den Karl-Heinz-Petern...

Am Wochenende war ich zu Gast in einer Fernsehshow. Jaha, so richtig mit Fernsehen und Applaus und Kameras und so. Am meisten beeindruckt an der ganzen Sache haben mich aber weder die Kameras (größer als gedacht), noch das Studio (kleiner als gedacht). Am meisten beeindruckt hat mich der Mensch, der für die Stimmung VOR der Show zuständig war. Genau, die Menschen, die einem sagen wann man genau wie laut zu klatschen hat und wie toll und mega abgefahren das ganze doch sei. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass unser Stimmungsmensch wirklich...nun ja...Stimmung gemacht hat. Weil er das gerne tat, weil er ehrlich lachte und die Show. soweit ich das beurteilen konnte, wirklich mochte. Meine Schwester und ich hatten unsere Plätze genau neben seinem und so kamen wir über die Dauer der Show (immerhin fünf Stunden insgesamt) auch ein wenig in's Gespräch (auch wegen der einen oder anderen Peinlichkeit meinerseits. Näheres nur auf Anfrage :D). Nachdem wir wieder zuhause angekommen waren, hatten meine Schwester und ich genau den gleichen Gedanken: Wenn es scheinbar Menschen gibt, die ihren Job wirklich mit Leidenschaft und unglaublicher Freude machten, warum gelang uns das nicht? Hatten wir den falschen Beruf? Oder die falsche Einstellung? Nach ein wenig Recherche konnte ich immerhin feststellen: Es ging nicht nur uns beiden so. Es scheint also ein Problem von vielen, vielleicht sogar unserer Generation zu sein. Erwarten wir zu viel von diesem Teil unseres Lebens, der früher eigentlich nur dazu da war, das Geld nach Hause zu beschaffen um etwas zu essen auf dem Tisch und ein Dach über dem Kopf zu haben? Oder ist das Ganze ein richtiger und vor allem wichtiger Wandel unserer Zeit? Schließlich sollte man nicht fast die Hälfte seines Tages mit etwas verbringen, was einem meistens nur ein müdes Lächeln abringt.

Ich beschloss schließlich, diesem besagtem Stimmungsmacher (nennen wir ihn doch beispielhaft Karl-Heinz Peter) zu schreiben und einfach nachzufragen. Ob ich das alles idealisierte und er seinen Alltag manchmal genauso bescheuert findet wie wir alle, oder ob er wirklich so glücklich ist, wie es scheint. Die Antwort kam ziemlich schnell. Und stimmte mich nachdenklich. Er habe vor diesem Lebensabschnitt auch in einem "normalen" Job gearbeitet, er kenne also auch die andere Seite. Jetzt im Moment wüsste er aber einfach all das riesig zu schätzen, weil keine Woche wie die andere sei (Anmerkung der Redaktion: Karl-Heinz Peter arbeitet auch noch beim Radio und für viele andere Fernsehprojekte) und er das liebe, was er tut. Irgendwann im Leben müsse man einfach eine Entscheidung treffen und dann voll und ganz zu dieser stehen.

Sind wir also alles Menschen, die einfach nur die falsche Entscheidung getroffen haben? Ich glaube nicht. Bestimmt steht man auch mit dem allertollsten und abwechslungsreichsten Beruf manchmal auf und hat absolut keine Lust, jetzt auch nur einen Fuß vor die Tür zu stellen. Wenn man aber ständig dieses Gefühl hat, dann läuft wohl doch irgendetwas falsch. Bei mir zum Beispiel ist es so, dass ich meinen Job durchaus okay finde. Allerdings fühle ich mich manchmal, wie ein viel zu kreativer Mensch in einem viel zu unkreativen Umfeld. Ich bin Assistentin der Geschäftsführung, da bleibt wenig Raum für ein bisschen Konfetti und Seifenblasen. Mehr so Geodreieck und Korrekturstift. Ich kann das durchaus, aber ich muss mir Mühe geben. Es sprudelt nicht einfach so aus mir heraus, wie zum Beispiel das Schreiben. Ich habe dabei selten so Hochgefühle wie beim Theater spielen und lebe auch nicht so dabei auf, wie wenn ich eine fremde Stadt für mich entdecke oder neue Menschen kennenlerne. Es gibt bestimmt Personen, die gar nicht mehr wollen und in ihrer Arbeit das sehen, was sie ja im Grunde auch ist: ein Mittel zum Zweck. Dagegen spricht nichts. Warum sollte ich meine ganze Energie in eine Suche nach etwas stecken, wenn ich auch so ganz gut klarkomme?

Für mich persönlich ist das aber zu wenig. Also habe ich eine Entscheidung getroffen. In weniger als zwei Wochen werde ich 24 Jahre alt Das ist doch ein super Zeitpunkt, um so etwas mal in die Hand zu nehmen. Ich will mir ein Jahr geben. 365 Tage in denen ich weiter der Geschäftsführung assistiere. Aber in denen ich so viel schreibe, ausprobiere, kennenlerne, staune und lerne wie möglich. Wer weiß, welche Türen sich in diesem Jahr öffnen werden? Welche ich vielleicht selbst schließe? Aber eins ist ganz sicher: Ihr seid auf jedenfall dabei. Und ich brauche eure Hilfe.

Also: her damit. Welche Themen interessieren euch? Was sollte ich unbedingt in diesem Jahr ausprobieren? Und wie geht es euch mit dem ganzen Thema?

Danke schonmal.

Eure Jasmin :)

Donnerstag, 30. Januar 2014

Die Sache mit der Ex...

Bitte beachten: Ich schreibe den heutigen Post aus Frauensicht, falls für Männer dabei keine überraschenden Einsichten dabei sind, bitte ich dies zu entschuldigen. Das nächste Mal kümmere ich mich wieder mehr um euch!

Es gibt zwei Sachen, auf die man meistens ganz gut verzichten könnte:

1. Dem Exfreund mit seiner neuen Freundin über den Weg laufen (vorzugsweise ungeschminkt und auf dem Heimweg vom Toilettenpapier kaufen oder sonstigen unvorteilhaften Dingen).
2. Die Exfreundin des aktuellen Freundes sehen.

Letzteres ist mir vor nicht allzu langer Zeit passiert und hat mich einige Stunden umgetrieben, ohne dass ich genau wusste, warum eigentlich. Schließlich bin ich ja aktuell mit ihm zusammen, Eifersucht sollte somit eigentlich ausgeschlossen sein. Trotzdem hatte ich den ganzen Tag ein seltsames Gefühl in der Magengegend. Abends kam ich dann schließlich darauf, warum das so war.

Liebe besteht zu einem Großteil aus ihrer Einzigartigkeit. Man stellt für einen anderen Menschen im besten Fall etwas ganz Besonderes dar, teilt seine Gedanken und Gefühle mit dieser Person und hat in gewisser Weise das Gefühl „die Einzige“ zu sein. Sieht man dann die Exfreundin, zerplatzt diese Seifenblase ziemlich abrupt. In unserem Alter ist es sehr unwahrscheinlich, dass man bei einer neuen Beziehung die erste Partnerin des anderen ist (in den meisten Fällen würde ich das auch eher seltsam finden. Wollte den niemand vorher??). (Fast) jeder hatte eine oder mehrere Beziehungen vorher, wahrscheinlich auch längere. Sieht man dann das „Vorleben“ des Partners plötzlich in Natura vor sich, wird einem klar: So einzigartig ist man gar nicht. Auch ihr hat er liebenswerte Sachen gesagt, vielleicht die gleichen Spitznamen gegeben, Bett und Leben geteilt. Und jetzt sind sie getrennt. Das führt einem die mögliche Vergänglichkeit jeder noch so schönen Liebe – also auch der eigenen – vor Augen. Man vergleicht instinktiv das Aussehen und denkt sich (O-Ton einer Freundin): „Hässlicher als ich und IQ einer Kartoffel. Check“ oder eben „Öhm, irgendwie sieht die besser aus als ich. Warum haben die sich nochmal getrennt?“.

Das ist übrigens auch das, was meiner Meinung nach bei einem Seitensprung am meisten verletzt. Plötzlich ist der „innere Zirkel“ der Beziehung aufgebrochen, ein bisschen wie ein Einbruch in seiner Wohnung. Eine andere Person hat Körperpartien gesehen und berührt, die normalerweise einem selbst vorbehalten sind. Und plötzlich fühlt sich gar nichts mehr „einzigartig“ an.

An besagtem Tag habe ich noch lange darüber nachgedacht, wie man eigentlich feststellen kann, dass es in dieser Beziehung anders ist als in den vorhergehenden. Ich bin zu dem Schluss gekommen: Gar nicht. Niemand kann mir garantieren, dass mein Freund sich nicht übermorgen in eine andere verguckt, dass mich in einem Jahr nicht alles nervt was ich jetzt so schätze oder das man irgendwann aufwacht und denkt „Und das soll es jetzt sein? Der oder die eine? NEXT“. Man würde ja mit niemandem eine Beziehung eingehen, bei dem man schon vorher im Kopf hat „Naja aber allzu lange soll das jetzt bitteschön nicht gehen“.

Liebe ist zum Glück nicht so vorhersehbar wie die Bundesliga seit Bayern München und jede Beziehung eben doch einzigartig. Vielleicht hatte seine Ex größere Brüste als man selbst, aber dafür ist sie bei jeder Kleinigkeit sofort an die Decke gegangen. Vielleicht konntest du mit deinem Exfreund besser über tiefgründige Dinge reden, dafür war das aktivste an ihm der Weg von Couch zum Kühlschrank für ein neues Bier. Vielleicht sind einem mit der Zeit auch ganz andere Dinge wichtiger geworden? Und das ist ja auch das Beruhigende. Jede Beziehung, jedes Erlebnis hat einen ein kleines Stück verändert. Oder wolltet ihr noch mit dem Typ zusammen sein, in den ihr mit 14 so unglaublich verschossen wart? Ich persönlich bin ganz froh dass mich mein Freund in dieser Phase meines Lebens kennengelernt hat und nicht inmitten von pubertären Anfällen. In gewisser Weise sind wir also doch einzigartig. Ob das jetzt ewig so bleibt weiß ich noch nicht. Aber wenn ich das nächste Mal seine Ex sehe, werde ich daran denken. Und ihm eventuell einen Kuss geben, wenn sie gerade hinguckt. Aber nur eventuell ;)

Mittwoch, 29. Januar 2014

Das Kettenkarussell der Liebe...

Es gibt Dinge, die verstecken sich sehr gut. Mein Blogeintrag zum Beispiel (falls der erst heute für euch erscheint, hat er sich einfach sehr gut versteckt ;)) und: Bindungsfähige Männer. Und Frauen. Menschen allgemein. Tiere haben uns da einiges voraus, Schwäne bleiben ja bekanntlich immer nur mit einem Partner zusammen und wenn der stirbt, verlieben sie sich höchstens mal in ein Tretboot.

Wir Menschen aber, ja, wir haben die Qual der Wahl. Vor einiger Zeit hatte ich über Männer geschrieben, die nicht heiraten wollen. Diese hatten aber zumindest den Schritt in eine feste Beziehung gewagt. An dieser Stelle eine herzlichen Applaus! Ich kenne aber immer mehr Menschen, die…naja also schon jemanden wollen aber so richtig dann doch nicht und eigentlich ist ihnen ja schon eine Unterhaltung dieser Art zu viel. Haben wir immer mehr das Gefühl, die Liebe ist eine Art All you can eat? Nur wie ist das genau beim All you can eat? Am Ende sitzt man meistens da, total überfressen aber auch nicht wirklich befriedigt. Unsere Sinne können schwer wirklich genießen, wenn sie überreizt werden. Dagegen kann sogar ein Teller Miracoli im Kerzenlicht mit der richtigen Person wie ein 5-Gänge-Deluxe-Dinner erscheinen. Ganz ohne Buffet.

Es ist keine Überraschung, dass wir in Zeiten des Internets etc. immer mehr das Gefühl haben, da draußen könnte ja noch jemand viel besseres rumlaufen. Einer, der seine Zahnpastatube immer zudreht. Seine Socken in den Wäschekorb macht. Eine, die auch morgens, ungeschminkt und nach drei Stunden Schlaf irgendwie aussieht wie ein Topmodel. Eine, die gerne Bier trinkt und nicht nur Prosecco. In den letzten Jahren haben viele Medien beobachtet, dass die Scheidungsrate steigt, die Trennungen immer häufiger werden etc. Aber was ist, wenn die Menschen gar nicht mehr so weit kommen, dass sie sich wirklich trennen könnten? Weil sie eben nie wirklich zusammen waren. Mehr so ein „Zwischending“. Mehr als Friends with benefit aber auch weniger als forever and ever.Woran liegt es, dass die Angst vor einer Bindung und einer falschen Entscheidung inzwischen so groß geworden ist, dass manch einer von uns sich ganz aus dem Markt zurückzieht und der Liebe höchstens ab und an einen zaghaften Besuch abstattet?

Vielleicht, weil wir das Gefühl haben, wir sind noch nicht „fertig“ genug. Haben noch nicht genug erlebt, sind noch nicht der Mensch der wir sein wollen bevor wir „die eine oder den einen“ finden. Früher ist man miteinander gewachsen. Heute wird irgendwie von uns erwartet, dass wir doch bitteschön schon supertoll sein sollen, bevor das alles losgeht. Wir sollten im Ausland gewesen sein, um unseren Horizont erweitert zu haben. Etwas studieren, das uns total ausfüllt. Einen Job erledigen, der uns nicht nur Geld sondern auch unendliches Glück bringt (außer Montags vielleicht). Und wenn man das alles noch nicht vorweisen kann, hat man das Gefühl, nur auf der Durchreise im Leben zu sein. Das man auf einer Durchreise keine feste Bindung eingehen will, ist irgendwie verständlich. Nur - heißt das, dass wir in Zukunft nur noch nebeneinander her reisen? Ab und an verbunden durch einen flüchtigen Kuss, eine verschwitzte Nacht, eine geflüsterte Liebeserklärung „dass es wunderschön war. Aber irgendwie will ich noch nicht so etwas festes“.

Sind wir auf der Suche nach diesem einen Moment, der uns so den Atem raubt, dass wir plötzlich aus dem Kettenkarussell aussteigen und uns festlegen möchten, vielleicht unfähig geworden, die vielen kleinen Moment zu einem großen zusammenzufassen? Einem, der uns ausreicht. Wegen welchem wir diesen Menschen wiedersehen möchten. Und wieder. Und wieder. Und uns auch nicht scheuen, uns kitschige Spitznamen, ganz eigene Rituale und unseren eigenen Rhythmus zu geben?

Das würde ich sehr sehr schade finden.

Ihr da draußen. Verliebt euch. Versucht es. Manchmal muss man seinem Herz einen Schubs geben, aber ein stotterndes Herz ist besser als eines, das für gar niemanden schlägt.

Dienstag, 15. Oktober 2013

Wer den Schaden hat...

Kennt ihr diese Momente, an denen ihr nur darauf wartet, dass jemand mit einer Kamera um die Ecke kommt und sagt „Verarscht! Muahaha! Und jetzt schön für unsere Zuschauer lächeln“? Als treusorgende und liebevolle Freundin (meistens jedenfalls) bin ich heute zum REWE um 1. meine üblichen Einkäufe (Müsli. Milch. Müsli. Milch) zu besorgen und 2. ein paar Dinge einzukaufen, die sich auch zum Essen eignen wenn mein Freund wieder aus seinem Urlaub kommt (ich gehöre um ehrlich zu sein nämlich nicht zu den Frauen, die ein 5-Sterne-Menü auftischen, sobald der Freund nach Hause kommt. Werde ich auch nie sein. Aber dafür bin ich ja immerhin treusorgend und liebevoll und kaufe gesunde Tiefkühlware für ihn ;) Es fing damit an, dass die Pizza mit 1,99 € ausgezeichnet war und mich laut meinem Kassenbon 2,89 € kostete. Bei zwei Pizzen macht das immerhin 1,80 € mehr. Ich bin niemand, der wegen 20 ct rummacht, auch weil ich selbst schon einmal an der Kasse saß. Aber 1,80 € waren ja fast eine dritte Pizza, die wollte ich dann doch wieder haben. Die Kassenschlange ging mittlerweile fast bis zum Ende des Ladens, aber nach mehrmaligem Räuspern erhörte mich der Kassierer dann doch. Ihr kennt das Spiel: Er rief laut in sein Mikro „Frau XY Kasse eins“, und sagte zu seiner mehr oder weniger herbei eilenden Kollegin (in diesem Fall: weniger) „Schau mal was bei der Backfrische für’n Preis dran steht“. Schaute sie dann auch. Ich hatte Recht, das wog die bitterbösen Blicke der anderen ein wenig auf. Nach mehrmaligem Hin- und Her, wie man mir denn jetzt bloß das Geld geben könnte owohl die Kasse ja gerade geschlossen war, bekam ich dann meine 1,80 €.  Eile sollte man bei sowas ja nicht mitbringen, nur falls euch auch mal etwas ähnliches passiert. In der Zeit könntet ihr auch kurz nach Hause und schnell eine Fremdsprache lernen. Vielleicht hat mich ja in der Wartezeit einer der wartenden Kunden verflucht? Das würde im Nachhinein einiges erklären!

Als ich nach Hause kam, schmiss ich also erst einmal den Herd an und stellte Pfanne samt Öl für meine bevorstehende Lasagne darauf (Jaha, zwar nur ein Gericht, aber das kann ich immerhin wirklich gut selbst machen). Während sich mein Herd heiß machte (Haha. Kleiner Wortwitz am Rande), verräumte ich meine Einkäufe. Oder versuchte es zumindest. Nach der Hälfte der Zeit und Hinzufügen des Hackfleisches in die Pfanne war nämlich das Müsli dran. Beim Öffnen besagter Packung und Herausholen des noch verschweißten Inhalts hörte ich erst nur leises Kullern und stand dann plötzlich in einer Lache aus Knuspermüsli. Wer auch immer dieses Ding verschweißen hätte sollen, er war an dem Tag wahrscheinlich betrunken. Seeehr betrunken.  Während ich also die Knuspermüslistücke vom Boden entfernte, brannte das Hackfleisch seelenruhig in der mittlerweile mehr als heißen Pfanne an. Na gut dachte ich, kriege ich jetzt eben Lasagne mit Röst-Aroma. Auch lecker. Ich werde den Tipp an Jamie Oliver weitergeben, er wird begeistert sein.

Nachdem ich endlich alles Müsli aus Gegenden, wo es wenig zu suchen hatte (bei meinen Schuhen im Flur. Hinter meiner Lesezirkeltüte am Fenster. Unter meinem Küchentisch) hervor gelesen und meine Lasagne soweit fertig geschichtet hatte, dass nur noch der Käse fehlte…Überraschung: Die Käsetüte (eigentlich wiederverschließbar) war falsch verschweißt und ließ sich nur durch Kampfeinsatz meiner Schere und Zerstörung des ach so wiederverschließbaren Verschlusses öffnen. Ihr könnt mir ja sagen was ihr wollt, aber das Schicksal muss heute einen Heidenspaß mit mir gehabt haben. Ein Wunder, dass ich mich mit der Schere nicht selbst erstochen habe!

Als ich meiner Schwester vorhin mein Leid am Telefon klagte, schüttete sie übrigens vor Lachen zuviel Gewürzmischung in ihr Essen.

Sorry Schwesterherz, aber ich musste kurz grinsen.

War ich immerhin nicht alleine ;)

Na gut, es war ein langes grinsen. Und jetzt gute Nacht ihr Lieben :)!

Donnerstag, 5. September 2013

Wer die Wahl hat...

Es gibt Dinge, die passen einfach nicht zusammen. Sommer und die Deutsche Bahn. Unpeinliche Momente und Peer Steinbrück. Ein Körpergewicht über 120 Kilogramm und Miniröcke. Ja liebe Leserinnen und Leser, ich würde euch diese herausragenden Momente der Menschheit gerne ersparen. Bitte verzeiht es mir, dass ich im Fach "Verteidigung gegen die dunklen Mächte" noch nicht so weit fortgeschritten bin. Dafür lernt man aber einiges über die Liebe: Denn wer auch bei 33 Grad noch gerne mit seinem Partner kuschelt - das müssen wahre Gefühle sein. Für alle anderen gilt der freundliche Vorschlag, sich eine sehr sehr große Kühltruhe zu besorgen und die gemeinsamen Aktivitäten dorthin zu verlegen.

Als ich das geschrieben habe, war es allerdings tiefster Hochsommer. Jetzt geht es ja schon mit großen Schritten auf den Herbst zu, da will das Wetter genossen werden und nicht bemeckert :) Außerdem gibt es ja wohl weitaus wichtigere Themen.

Falls ihr es nämlich zufälligerweise noch nicht mitbekommen habt: Am 22.
 September ist Bundestagswahl. Geht ja oft an einem vorbei. So ganz ohne Plakate und Werbung und so….

Bei meiner ersten Wahl war ich 19, habe mich eher sekundär für das ganze Politikzeug interessiert und meine Erststimme der Person gegeben, die mir am sympathischsten war. Und nein, es war niemand von der NPD, soweit war ich dann doch schon ;)

Je mehr man sich aber mit der ganzen Thematik beschäftigt, desto mehr fällt einem auf: Es gibt selten so viele Schwätzer wie in der Politik. Was mich persönlich am meisten stört: Das Wahlprogramm vieler Parteien besteht hauptsächlich darin zu sagen, was die anderen ja so megamäßig schlecht machen. Mit denen gehe die Wirtschaft rapide bergab und überhaupt stehen wir ja quasi kurz davor, wieder per Trommelzeichen zu kommunizieren, unser Essen selbst jagen zu müssen und unsere Wohnungen mit Höhlenmalerei zu verzieren. Wenn du allerdings ihre Partei wählst, ja dann fährt dich bald dein eigener Chauffeur zur Arbeit, Probleme sind ein Fremdwort für dich und überhaupt bist du dann ganz toll. Ahja.

So etwas will ich aber nicht von euch hören, liebe Politiker. Ich will hören, was ihr genau gedenkt besser zu machen und mit welchen Mitteln. Andere einfach nur doof finden geht vielleicht noch im Kindergarten. Ab Mittelstufe sollte man dann doch schon etwas weiter sein in seiner Argumentation. Stelle ich nur bei ein paar von euch leider nicht fest. Klein-Politiker möchte doch bitte auf die stille Treppe, er hat das mit der Diskussionskultur noch nicht so ganz verstanden.

Was also machen, wenn man sich unsicher ist? Zuerst mal würde ich empfehlen, zu schauen, wie es einem selbst geht. Hat man eine Wohnung, die man schön findet und einigermaßen bezahlen kann? Kann man jede Woche einkaufen gehen, ohne gleich in ein Haushaltsloch zu fallen? Stürzt euch euer Studium in Unkosten oder kriegt ihr es eigentlich noch ganz gut geregelt? Wenn ihr bei vielen Punkten ja sagen könnt, solltet ihr auf jedenfall schon einmal wählen gehen.


Sollten ihr ja sowieso, aber dann ist euer allgemeines Befinden weit besser als bei vielen tausenden Menschen da draußen auf der Welt. Dafür solltet ihr Danke sagen, und zwar mit eurer Stimme. Für was, ist ganz allein eure Entscheidung. Das kann auch die Partei der Vernunft sein (Ja, die gibt es. Zuvor noch nie gehört, aber ich bin ja auch eher die unvernünftige Sorte Mensch). Zeitung lesen hilft, der Wahl-O-Mat auch. Oder eben Sympathie.

Politik ist ja auch viel mehr, als man vielleicht denkt. Ob es ein Neubaugebiet in eurer Stadt gibt, wie lange die Straßenbeleuchtung an ist, wie viel die Milch im Supermarkt kostet. Alles wird mehr oder weniger von der Politik geregelt. Wer nicht wählen geht, kann also auch gerne gleich ein T-Shirt tragen mit "Die Welt interessiert mich aber nunmal nicht, bätsch" drauf.

Manchmal höre ich auch "Ich hab keine Lust zu wählen, das ist wie die Wahl zwischen Pest und Cholera". Man bekommt ein bisschen das Gefühl, dass das ganze Schlechtreden der Politiker also doch etwas bringt. Nämlich das Gefühl bei den Menschen, dass es ihnen ja irgendwie gar nicht soooo gut geht. Aber auch nicht richtig schlecht. Also so dazwischen halt. Zu gut, um richtig zu verzweifeln, aber zu schlecht, um nicht mehr zu meckern. Denn ganz ehrlich: Die Wahl zwischen Pest und Cholera, und ich hoffe ich lehne mich damit nicht zu weit aus dem Fenster, haben meiner Meinung nach in Deutschland nur sehr, sehr wenige Menschen. Selbst die Ärmsten können noch zur Tafel gehen und bekommen Arbeitslosengeld, es gibt Programme für Jugendliche, die auf der Straße sitzen, wir zahlen größtenteils keine Studiengebühr und wenn wir Hunger haben gehen wir erstmal zu Penny. So schlimm kann es also nicht um Deutschland stehen.

Deswegen meine Lieben: Nicht meckern, kreuzen ;)

Und mir dann bitte noch beantworten, ob dieser Parsa Marvi jetzt eigentlich ein Toupet trägt oder nicht. Für anonyme Hinweise wäre ich dankbar. Ich hab da so eine Wette laufen ;)

Samstag, 31. August 2013

Wenn das Leben dir Scheiße schenkt...

Es gibt Dinge, die sind richtig beschissen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn dir jemand Scheiße schenkt zum Beispiel.

Ja, richtig gehört. Das gibt es jetzt!

Unter www.schenkscheisse.eu kann man unliebsamen Chefs, untreuen Exfreunden und der blöden Kuh, die in der Schule immer so fies zu einem war....Scheiße schenken.

Gestern bei der Erörterung dieser sehr ernsten Thematik (natürlich vollkommen emotionslos und sachlich, versteht sich ja wohl von selbst) ist uns folgendes aufgefallen:

Mal ganz ehrlich, dass muss doch richtig scheiße sein. Also...ähm...Scheiße geschenkt zu bekommen. Ich glaube, da fühlt man sich ziemlich beschissen. Man weiß ja auch gar nicht, was der ganze Kack soll. Und wahrscheinlich kommt man sich auch ein bisschen...verarscht vor? Weiß nicht, was man mit dieser Scheiße nun anfangen soll. Macht sich vielleicht in die Hose vor lachen. Oder ist scheiße sauer. Aber eventuell geht einem das ganze auch einfach am...nun ja...Arsch vorbei?

Okay, genug der Wortspiele. Ganz ehrlich:

Wer kommt auf sowas?

Laut der Seite handelt es sich um Elefantenkot, frisch und am besten noch warm wird er hübsch verpackt an den Empfänger geschickt, natürlich komplett anonym. Will man wirklich eine Person sein, die ihr Geld damit verdient, dass sie Elefantenscheiße einsammelt und "hübsch verpackt"? Wir alle haben Personen, die wir manchmal zum Mond schießen könnten. Aber schön verpackte Scheiße an diejenigen zu schicken, soweit geht es dann doch noch nicht.

Aber für all jene, die jemandem wirklich etwas heimzahlen wollen: 15,95 Euro ist eigentlich noch ein guter Preis für dieses wahrscheinlich ziemlich unbezahlbare Gesicht, wenn derjenige sein Geschenk aufmacht ;)