Dienstag, 15. Oktober 2013

Wer den Schaden hat...

Kennt ihr diese Momente, an denen ihr nur darauf wartet, dass jemand mit einer Kamera um die Ecke kommt und sagt „Verarscht! Muahaha! Und jetzt schön für unsere Zuschauer lächeln“? Als treusorgende und liebevolle Freundin (meistens jedenfalls) bin ich heute zum REWE um 1. meine üblichen Einkäufe (Müsli. Milch. Müsli. Milch) zu besorgen und 2. ein paar Dinge einzukaufen, die sich auch zum Essen eignen wenn mein Freund wieder aus seinem Urlaub kommt (ich gehöre um ehrlich zu sein nämlich nicht zu den Frauen, die ein 5-Sterne-Menü auftischen, sobald der Freund nach Hause kommt. Werde ich auch nie sein. Aber dafür bin ich ja immerhin treusorgend und liebevoll und kaufe gesunde Tiefkühlware für ihn ;) Es fing damit an, dass die Pizza mit 1,99 € ausgezeichnet war und mich laut meinem Kassenbon 2,89 € kostete. Bei zwei Pizzen macht das immerhin 1,80 € mehr. Ich bin niemand, der wegen 20 ct rummacht, auch weil ich selbst schon einmal an der Kasse saß. Aber 1,80 € waren ja fast eine dritte Pizza, die wollte ich dann doch wieder haben. Die Kassenschlange ging mittlerweile fast bis zum Ende des Ladens, aber nach mehrmaligem Räuspern erhörte mich der Kassierer dann doch. Ihr kennt das Spiel: Er rief laut in sein Mikro „Frau XY Kasse eins“, und sagte zu seiner mehr oder weniger herbei eilenden Kollegin (in diesem Fall: weniger) „Schau mal was bei der Backfrische für’n Preis dran steht“. Schaute sie dann auch. Ich hatte Recht, das wog die bitterbösen Blicke der anderen ein wenig auf. Nach mehrmaligem Hin- und Her, wie man mir denn jetzt bloß das Geld geben könnte owohl die Kasse ja gerade geschlossen war, bekam ich dann meine 1,80 €.  Eile sollte man bei sowas ja nicht mitbringen, nur falls euch auch mal etwas ähnliches passiert. In der Zeit könntet ihr auch kurz nach Hause und schnell eine Fremdsprache lernen. Vielleicht hat mich ja in der Wartezeit einer der wartenden Kunden verflucht? Das würde im Nachhinein einiges erklären!

Als ich nach Hause kam, schmiss ich also erst einmal den Herd an und stellte Pfanne samt Öl für meine bevorstehende Lasagne darauf (Jaha, zwar nur ein Gericht, aber das kann ich immerhin wirklich gut selbst machen). Während sich mein Herd heiß machte (Haha. Kleiner Wortwitz am Rande), verräumte ich meine Einkäufe. Oder versuchte es zumindest. Nach der Hälfte der Zeit und Hinzufügen des Hackfleisches in die Pfanne war nämlich das Müsli dran. Beim Öffnen besagter Packung und Herausholen des noch verschweißten Inhalts hörte ich erst nur leises Kullern und stand dann plötzlich in einer Lache aus Knuspermüsli. Wer auch immer dieses Ding verschweißen hätte sollen, er war an dem Tag wahrscheinlich betrunken. Seeehr betrunken.  Während ich also die Knuspermüslistücke vom Boden entfernte, brannte das Hackfleisch seelenruhig in der mittlerweile mehr als heißen Pfanne an. Na gut dachte ich, kriege ich jetzt eben Lasagne mit Röst-Aroma. Auch lecker. Ich werde den Tipp an Jamie Oliver weitergeben, er wird begeistert sein.

Nachdem ich endlich alles Müsli aus Gegenden, wo es wenig zu suchen hatte (bei meinen Schuhen im Flur. Hinter meiner Lesezirkeltüte am Fenster. Unter meinem Küchentisch) hervor gelesen und meine Lasagne soweit fertig geschichtet hatte, dass nur noch der Käse fehlte…Überraschung: Die Käsetüte (eigentlich wiederverschließbar) war falsch verschweißt und ließ sich nur durch Kampfeinsatz meiner Schere und Zerstörung des ach so wiederverschließbaren Verschlusses öffnen. Ihr könnt mir ja sagen was ihr wollt, aber das Schicksal muss heute einen Heidenspaß mit mir gehabt haben. Ein Wunder, dass ich mich mit der Schere nicht selbst erstochen habe!

Als ich meiner Schwester vorhin mein Leid am Telefon klagte, schüttete sie übrigens vor Lachen zuviel Gewürzmischung in ihr Essen.

Sorry Schwesterherz, aber ich musste kurz grinsen.

War ich immerhin nicht alleine ;)

Na gut, es war ein langes grinsen. Und jetzt gute Nacht ihr Lieben :)!

Donnerstag, 5. September 2013

Wer die Wahl hat...

Es gibt Dinge, die passen einfach nicht zusammen. Sommer und die Deutsche Bahn. Unpeinliche Momente und Peer Steinbrück. Ein Körpergewicht über 120 Kilogramm und Miniröcke. Ja liebe Leserinnen und Leser, ich würde euch diese herausragenden Momente der Menschheit gerne ersparen. Bitte verzeiht es mir, dass ich im Fach "Verteidigung gegen die dunklen Mächte" noch nicht so weit fortgeschritten bin. Dafür lernt man aber einiges über die Liebe: Denn wer auch bei 33 Grad noch gerne mit seinem Partner kuschelt - das müssen wahre Gefühle sein. Für alle anderen gilt der freundliche Vorschlag, sich eine sehr sehr große Kühltruhe zu besorgen und die gemeinsamen Aktivitäten dorthin zu verlegen.

Als ich das geschrieben habe, war es allerdings tiefster Hochsommer. Jetzt geht es ja schon mit großen Schritten auf den Herbst zu, da will das Wetter genossen werden und nicht bemeckert :) Außerdem gibt es ja wohl weitaus wichtigere Themen.

Falls ihr es nämlich zufälligerweise noch nicht mitbekommen habt: Am 22.
 September ist Bundestagswahl. Geht ja oft an einem vorbei. So ganz ohne Plakate und Werbung und so….

Bei meiner ersten Wahl war ich 19, habe mich eher sekundär für das ganze Politikzeug interessiert und meine Erststimme der Person gegeben, die mir am sympathischsten war. Und nein, es war niemand von der NPD, soweit war ich dann doch schon ;)

Je mehr man sich aber mit der ganzen Thematik beschäftigt, desto mehr fällt einem auf: Es gibt selten so viele Schwätzer wie in der Politik. Was mich persönlich am meisten stört: Das Wahlprogramm vieler Parteien besteht hauptsächlich darin zu sagen, was die anderen ja so megamäßig schlecht machen. Mit denen gehe die Wirtschaft rapide bergab und überhaupt stehen wir ja quasi kurz davor, wieder per Trommelzeichen zu kommunizieren, unser Essen selbst jagen zu müssen und unsere Wohnungen mit Höhlenmalerei zu verzieren. Wenn du allerdings ihre Partei wählst, ja dann fährt dich bald dein eigener Chauffeur zur Arbeit, Probleme sind ein Fremdwort für dich und überhaupt bist du dann ganz toll. Ahja.

So etwas will ich aber nicht von euch hören, liebe Politiker. Ich will hören, was ihr genau gedenkt besser zu machen und mit welchen Mitteln. Andere einfach nur doof finden geht vielleicht noch im Kindergarten. Ab Mittelstufe sollte man dann doch schon etwas weiter sein in seiner Argumentation. Stelle ich nur bei ein paar von euch leider nicht fest. Klein-Politiker möchte doch bitte auf die stille Treppe, er hat das mit der Diskussionskultur noch nicht so ganz verstanden.

Was also machen, wenn man sich unsicher ist? Zuerst mal würde ich empfehlen, zu schauen, wie es einem selbst geht. Hat man eine Wohnung, die man schön findet und einigermaßen bezahlen kann? Kann man jede Woche einkaufen gehen, ohne gleich in ein Haushaltsloch zu fallen? Stürzt euch euer Studium in Unkosten oder kriegt ihr es eigentlich noch ganz gut geregelt? Wenn ihr bei vielen Punkten ja sagen könnt, solltet ihr auf jedenfall schon einmal wählen gehen.


Sollten ihr ja sowieso, aber dann ist euer allgemeines Befinden weit besser als bei vielen tausenden Menschen da draußen auf der Welt. Dafür solltet ihr Danke sagen, und zwar mit eurer Stimme. Für was, ist ganz allein eure Entscheidung. Das kann auch die Partei der Vernunft sein (Ja, die gibt es. Zuvor noch nie gehört, aber ich bin ja auch eher die unvernünftige Sorte Mensch). Zeitung lesen hilft, der Wahl-O-Mat auch. Oder eben Sympathie.

Politik ist ja auch viel mehr, als man vielleicht denkt. Ob es ein Neubaugebiet in eurer Stadt gibt, wie lange die Straßenbeleuchtung an ist, wie viel die Milch im Supermarkt kostet. Alles wird mehr oder weniger von der Politik geregelt. Wer nicht wählen geht, kann also auch gerne gleich ein T-Shirt tragen mit "Die Welt interessiert mich aber nunmal nicht, bätsch" drauf.

Manchmal höre ich auch "Ich hab keine Lust zu wählen, das ist wie die Wahl zwischen Pest und Cholera". Man bekommt ein bisschen das Gefühl, dass das ganze Schlechtreden der Politiker also doch etwas bringt. Nämlich das Gefühl bei den Menschen, dass es ihnen ja irgendwie gar nicht soooo gut geht. Aber auch nicht richtig schlecht. Also so dazwischen halt. Zu gut, um richtig zu verzweifeln, aber zu schlecht, um nicht mehr zu meckern. Denn ganz ehrlich: Die Wahl zwischen Pest und Cholera, und ich hoffe ich lehne mich damit nicht zu weit aus dem Fenster, haben meiner Meinung nach in Deutschland nur sehr, sehr wenige Menschen. Selbst die Ärmsten können noch zur Tafel gehen und bekommen Arbeitslosengeld, es gibt Programme für Jugendliche, die auf der Straße sitzen, wir zahlen größtenteils keine Studiengebühr und wenn wir Hunger haben gehen wir erstmal zu Penny. So schlimm kann es also nicht um Deutschland stehen.

Deswegen meine Lieben: Nicht meckern, kreuzen ;)

Und mir dann bitte noch beantworten, ob dieser Parsa Marvi jetzt eigentlich ein Toupet trägt oder nicht. Für anonyme Hinweise wäre ich dankbar. Ich hab da so eine Wette laufen ;)

Samstag, 31. August 2013

Wenn das Leben dir Scheiße schenkt...

Es gibt Dinge, die sind richtig beschissen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn dir jemand Scheiße schenkt zum Beispiel.

Ja, richtig gehört. Das gibt es jetzt!

Unter www.schenkscheisse.eu kann man unliebsamen Chefs, untreuen Exfreunden und der blöden Kuh, die in der Schule immer so fies zu einem war....Scheiße schenken.

Gestern bei der Erörterung dieser sehr ernsten Thematik (natürlich vollkommen emotionslos und sachlich, versteht sich ja wohl von selbst) ist uns folgendes aufgefallen:

Mal ganz ehrlich, dass muss doch richtig scheiße sein. Also...ähm...Scheiße geschenkt zu bekommen. Ich glaube, da fühlt man sich ziemlich beschissen. Man weiß ja auch gar nicht, was der ganze Kack soll. Und wahrscheinlich kommt man sich auch ein bisschen...verarscht vor? Weiß nicht, was man mit dieser Scheiße nun anfangen soll. Macht sich vielleicht in die Hose vor lachen. Oder ist scheiße sauer. Aber eventuell geht einem das ganze auch einfach am...nun ja...Arsch vorbei?

Okay, genug der Wortspiele. Ganz ehrlich:

Wer kommt auf sowas?

Laut der Seite handelt es sich um Elefantenkot, frisch und am besten noch warm wird er hübsch verpackt an den Empfänger geschickt, natürlich komplett anonym. Will man wirklich eine Person sein, die ihr Geld damit verdient, dass sie Elefantenscheiße einsammelt und "hübsch verpackt"? Wir alle haben Personen, die wir manchmal zum Mond schießen könnten. Aber schön verpackte Scheiße an diejenigen zu schicken, soweit geht es dann doch noch nicht.

Aber für all jene, die jemandem wirklich etwas heimzahlen wollen: 15,95 Euro ist eigentlich noch ein guter Preis für dieses wahrscheinlich ziemlich unbezahlbare Gesicht, wenn derjenige sein Geschenk aufmacht ;)

Donnerstag, 29. August 2013

Liebe in Zeiten des Internets...

Sagen wir es mal so: Ich bin froh, meinen Freund zu haben. Single zu sein ist nämlich heutzutage scheinbar sehr kompliziert!

Folgendes ist passiert: Ich wurde von einem Unbekannten auf Facebook "angestupst". Jasmin stupst zurück. Er auch. Das hätte so weitergehen können, bis Mark Zuckerberg kapiert hätte, dass diese Funktion komplett bescheuert ist. Dann wurde kurz hin und her geschrieben. Ich erwähnte dann aber doch besser mal meinen Freund, obwohl in meinem Profil ersichtlich - man weiß ja nie. Typ : Na endlich ist es raus, dass du einen Freund hast. Antwort von mir: Steht doch in meinem Profil? Seine Reaktion: Oh stimmt, muss ich "überlesen" haben.

Und dann kam die beste These überhaupt: Er hatte mal gehört das Frauen mit einem Typ ins Bett gehen, wenn dieser sie dreimal anstupst. Da hatte er nur gedacht...

Ich muss schon sagen: Revolutionär.

Wer hätte gedacht das ein harmloses Anstupsen so verrucht sein kann? Was würde wohl Angela Merkel dazu sagen? DAS war nämlich sogar Neuland für mich!

Nun muss ich ehrlich zugeben, dass ich ein bisschen Mitleid mit all den Singles da draußen habe. Wenn schon anstupsen ein heimlicher Code sein soll, was lauert da dann noch? Dreimal in der Bahn angucken bedeutet Verlobung?

Wer es ganz direkt haben will, kann sich ja auch gleich die App "bangwithyourfriends" runterladen und schauen, wer in seinem Freundeskreis mehr von einem will als nur Freundschaft. Was, erschließt sich ja recht schnell aus dem Namen der App.

Aber mal ehrlich: Will man das wirklich wissen? Wahrscheinlich hat dieses von arglosen Programmierern erstellte Tool (bestimmt alle bildhübsch und vergeben...ähem) schon so einige Freundschaften zerstört. "Ähm nee, Bier trinken ist heute nicht. Ich glaube wir wollen nicht das gleiche voneinander. Und nach zehn Jahren Freundschaft hättest du mir das ruhig vorher mal sagen können. Bist du nicht eigentlich mit meiner besten Freundin zusammen?".

Jaja, alles nicht so leicht heutzutage. Im Fernsehen blubbern einem gutaussehende Singles entgehen, dass "die Auswahl riesig sei" und sie ja "so gerne beim Testsieger sind". Meine Frage: Wenn die Auswahl angeblich so riesig ist, warum sind die dann noch alleine? Und wenn der Traumpartner laut deren Werbung gleich in der Nähe ist, warum zahlen sie dann monatlich etwas um denjenigen kennenzulernen und laufen nicht einfach rüber und klingeln? Alles bisher unbeantwortete Fragen.

Findet man die Liebe denn tatsächlich so? Ich will es nicht ausschließen. Aber für mich sind diese Partnerbörsen in etwa so, wie im Internet shoppen. Allzu oft sehen die Klamotten in echt dann viel weniger schön aus als auf dem Bild, passen nicht oder sind nicht mehr vorrätig. Da bin ich schon immer lieber gleich in den Laden gegangen und habe da geschaut, ob mir etwas gefällt. Oder eben raus auf die Straße.

Da muss man immerhin niemanden anstupsen ;)

Donnerstag, 25. Juli 2013

Das ganz normale Leben und andere Dinge

Es gibt Dinge im Leben, die werde ich wohl niemals verstehen. Warum bin ich zum Beispiel abends immer hellwach und morgens auf dem Stand "Lass mich, ich brauche erst Kaffee. So...fünf Liter". Stimmt irgendetwas mit meinem Nervensystem nicht? Wurde ich als Kind vielleicht mal in einer Tiefschlafphase geweckt und habe diesen Schock nie überwunden? Man weiß es nicht.

Eine andere Absurdität unseres Lebens: Ist euch mal aufgefallen, dass "Normal" ausstirbt? Die Teenie-Mädels heutzutage sind entweder seeeehr dünn und tragen Shorts oder seeeehr dick und tragen...Leggins mit T-Shirt. Oder Strumpfhosen mit T-Shirt. Oder nur T-Shirt. Und bei der anderen Variante komme ich nicht umhin mich zu fragen: Essen die einfach seit ihrem 12. Lebensjahr nichts mehr? Oder machen heimlich nach den Hausaufgaben noch drei Stunden Sport? Man sollte dem mal nachgehen. Vielleicht ist das aber auch die natürliche Evolution, die inzwischen einfach zuviel Germany's Next Topmodel geguckt hat. Dann könnte sie aber bitte schön auch endlich mal kapieren, dass Frauen außer auf dem Kopf keine Haare brauchen. Mal ehrlich, langsam sollte das doch drin sein, oder?

Desweiteren würde ich gerne wissen, warum eben jene Kopfhaare ab einer bestimmten Länge einfach nicht mehr weiterwachsen. Gut zureden, Shampoo für langes Haar...nichts hilft. Ich höre meine Spitzen förmlich in sich reinkichern, während ich deprimiert vor dem Spiegel stehe. Vielleicht ist es ihnen aber auch einfach zu heiß. Ich breche jetzt nämlich gleich ein unglaubliches Tabu.

Sitzt ihr alle?

Okay: Mir ist es zu warm.

Jaaaa ich weiß, der erste der dieses Jahr über das Wetter meckert und so weiter und so fort. Aber als ich mir Sommer gewünscht hatte, schwebten mir so 28º C vor (in meiner Urlaubszeit sind auch 30º C akzeptiert) und nicht achtunddreißig Grad im Schatten während ich arbeiten muss. Um dann nach Feierabend nach freundlicher Bürokühle von einer Saharawelle überrollt zu werden. Ich gehöre auch nicht zu den Menschen, die bei sengender Hitze aussehen, wie aus dem Ei gepellt. Bis mein Körper sich auf der Zugfahrt zurück nach Karlsruhe akklimatisiert hat, sehe ich wohl einfach so aus als wäre mir...heiß :D
Ich hasse wirklich Wetter, das grau in grau ist, aber irgendwann klopfe ich mal bei demjenigen, der da oben unser Wetter macht und frage, ob er endlich aufhören könnte zu kiffen.

Vielleicht sollte ich aber auch einfach mal nach Büroschluss in unseren neuen Karlsruhe-Innenstadteigenen-Pool springen? Hat den schonmal jemand gesehen? Benutzt? Er mag sich bisher erfolgreich vor mir verstecken, aber warte nur ab du...Pool du!

Also macht euch bereit. Denn wenn dann noch Dieter Bohlen kapiert, dass ihn außer er selbst wirklich niemand mehr sehen will, kann der Sommer auch für mich kommen ;)

Mittwoch, 3. Juli 2013

Ewige Liebe und das große Ganze

In zweihundert Jahren werden Gespräche wohl ungefähr so stattfinden:

"Und wie lange seid ihr schon zusammen?"
"Fünf Monate..."
"WAS?Krass!Das ist ja was total ernstes."
"Hmm nee. Er ist schon toll, aber so langsam brauche ich frischen Wind. Außerdem atmet er auch immer so...atmig. Das nervt! Ich weiß ja nicht wie meine Mum das aushält, die ist schon seit EINEM Jahr verheiratet. Aber mit ihrer Hochzeitsflat ist sie ja sowieso auf der sicheren Seite. Da gab es so ein tolles Angebot von willyoumarryagain.com, drei Mottohochzeiten für nur 5000 € bei Einlösung innerhalb von sechs Jahren. Da will man ja auch was für sein Geld".

Das ist natürlich minimal übertrieben, aber wenn man sich so umschaut könnte man meinen, dass es die Liebe aus den Disneyfilmen einfach nicht mehr gibt. Ausgestorben. Ist das wirklich so?

Viel eher haben sich wohl die Umstände geändert. Ich will nicht sagen, dass unsere Urgroßeltern alle sehr unglücklich und sehr lange zusammen waren. Aber dass es früher nicht so einfach war, sich zu trennen, ist für mich ein nicht unrelevanter Fakt. Es gab kein Internet, um Millionen neuer potenzieller Partner vor Augen zu haben, die Rolle der Frau war doch meist auf Haushalt und Kinderbetreuung beschränkt und es hat sich schlicht und einfach nicht "geschickt", sich zu trennen oder gar scheiden zu lassen. Das hatte vielleicht den Vorteil, dass man sich einfach mehr Mühe gab. Wenn ich weiß, dass eine neue Partnerwahl mehr als schwierig wird, werde ich doch umso mehr Zeit darauf verwenden, mir die positiven Eigenschaften des Anderen vor Augen zu führen. Allerdings gab es bestimmt auch einige Frauen, die in das Korsett einer Liebe gezwängt wurden, welche viel mehr ein Gefängnis als Schloss für sie war.

Unsere Informationsgesellschaft dagegen gaukelt uns heute tagtäglich vor, dass es immer noch ein Stück besser geht. Du arbeitest einfach nur? Andere verwirklichen sich in ihrem Job täglich selbst und schweben in einer Wolke aus Glückseligkeit aus dem Büro. Freizeit ist kein schnödes auf der Couch gammeln mehr, außergewöhnliche Hobbys müssen es schon sein. Und wer noch kein Burn-Out hatte, sondern einfach nur "ein bisschen depri" ist, braucht ja erst gar nicht zu jammern. Hallo? Es gibt schließlich Menschen, die schaffen es trotz eines gaaaaaanz schlimmen "Ausgebrannt-seins" noch ein Buch darüber zu schreiben und von Talkshow zu Talkshow zu hüpfen, da wirst du ja jetzt mal bitte ganz ruhig sein auf den billigen Plätzen.

Genauso hoch ist der Druck auch in einer Partnerschaft. Es soll ja bitteschön nicht nur irgendeiner sein, sondern der eine. Nicht das Mädel von der Tanke, sondern das aus deinen kühnsten Träumen. Um ehrlich zu sein wissen ganz viele von uns gar nicht mehr, was genau jetzt eine gute, harmonische Partnerschaft ist. Verstehen wir uns einfach nur sehr gut oder ist das schon langweilig? Streiten wir zu oft oder zu selten? Hab ich eigentlich noch genug Freiraum? Ist es normal, dass ich meinen Partner manchmal zum Mond schießen könnte und trotzdem unglaublich liebe? Könnte ich eventuell noch etwas besseres haben?

Das in jeder Beziehung irgendwann die rosarote Brille gegen das ganz normale Alltagsleben ausgetauscht wird, ist mittlerweile wohl jedem klar.  Diese Unsicherheit, mit der uns diese Tatsache konfrontiert, ist meiner Meinung nach aber relativ neu. Man möchte die Liebe seines Lebens, oft verbunden mit Heirat und Kindern und Rollstuhlrallyes im Altenheim. Aber diese Idee auf die jetzige Partnerschaft zu übertragen, macht vielen von uns Angst. Ich kenne genug Männer die sagen, sie lieben ihre Freundin von Herzen, heiraten möchten sie diese aber nicht. Theoretisch das Leben miteinander verbringen - Ja klar. Das ganze aber jetzt schon quasi schwarz auf weiß vor sich zu sehen - Hilfe!

Wir leben in einem Pool aus zehntausend Möglichkeiten, das macht das ganze so schwer. Woher soll ich wissen, ob diese Möglichkeit tatsächlich richtig für mich ist, wenn es da draußen theoretisch noch tausend andere gibt?

Dabei ist eine gute Beziehung doch ein bisschen so wie seine Lieblingsjeans. Man kann noch so viele andere Jeans anschauen, am Ende ist man doch froh über diese eine, in der man sich absolut wohlfühlt, die immer passt und in der man gut aussieht. An schlechten Tagen gibt sie einem wieder Selbstbewusstsein und an guten Tagen lässt sie dich noch mehr strahlen. Man schaut vielleicht neuere Modelle an, aber insgeheim würde man sich nie von dieser einen Hose trennen. Aber selbst eine "Lieblingsjeans" kann irgendwann nicht nochmal geflickt werden, passt nicht mehr oder wir finden sie plötzlich gar nicht mehr so schön.

Heißt das nun, dass es die eine große Liebe gar nicht gibt?

Vielleicht. Wenn man das aber als eine mögliche Tatsache akzeptiert und sich trotzdem überraschen lässt, ist die Chance, sie zu erleben, zumindest größer. Ausnahmsweise mal nur schrittweise denken und nicht an das große Ganze. Wenn du jeden Tag etwas in deiner Beziehung findest, dass dich freut, ergibt das 365 Tage ziemlich viele schöne Momente und irgendwann mit ein bisschen Glück sogar viele Jahre. Vielleicht haben unsere Großeltern gar nicht gedacht "Oh Gott und mit dieser Person soll ich den ganzen Rest meines Lebens verbringen?" sondern "Schön, dass er/sie heute an meiner Seite ist". Und das jeden Tag. Oder zumindest jeden zweiten.

Vielleicht reicht das schon? Wer weiß?

Probieren lohnt sich doch allemal!

Meine Eltern zum Beispiel sind schon seit über fünfundzwanzig Jahren zusammen und wie jede Beziehung hatten auch sie Höhen und Tiefen und hätten sich bestimmt so einige Male auf den Mond schießen können. Aber wenn ich sie zusammen rumalbern und lachen sehe, dann denke ich "So etwas will ich auch mal!".

Aber auch wenn man feststellen sollte, dass es eben nicht gepasst hat, man gerade frisch getrennt ist oder schon eine ganze Weile Single. Das gute an der Liebe heutzutage: Wenn es die eine große Liebe gar nicht gibt, dann hast du noch ziemlich viele Chancen, die zweite, dritte oder vierte zu erleben. Und falls es sie doch gibt? Die eine Person für dich? Dann bist du ihr wahrscheinlich einfach noch nicht begegnet ;)

Mittwoch, 26. Juni 2013

Warum unser Leben wie Joko & Klaas ist...

Wir alle sind täglich auf der Suche danach. Während der Arbeit, in unserer Beziehung, in unserer Freizeit. Diese allumfassende Zufriedenheit, dem Gefühl, dass gerade alles perfekt ist und der Himmel blau und die Sonne gelb und...

Okay lassen wir das.

Zwischem diesem Gefühl und uns steht praktisch nur ein dünnes Blatt Papier, auf dem "Leben" steht. Oder der Kollege, der so unfreundlich war. Der Chef, der einen ja wohl total ungerechterweise angeblafft hat. Die Haare, die nicht richtig sitzen. Und wenn sie endlich mal richtig sitzen regnet es. Die Stunde, die sich jemand verspätet. Oder auch nur das Schild des neuen Shirts, das so furchtbar kratzt.

Es gibt viele Dinge, die einen unzufrieden stimmen können.

Manchmal ist es sogar so, dass eigentlich tatsächlich einmal alles perfekt ist. Und dann? Ist man total verunsichert, weil da ja plötzlich gar nichts mehr ist, über das man nachdenken kann. Es kann doch nicht sein, dass etwas einfach so ohne eigenes Zutun und rein aus dem Moment heraus...gut ist?

So traurig es ist, manche von uns halten die vielen kleinen Nörgeleien im Leben auch zusammen. Man hätte sich vielleicht gar nicht so viel zu sagen, wenn man nicht gemeinsam über den oder die Lästern...ach nein, entschuldige "Tatsachen erörtern" ;)...könnte. Manche Menschen hätten sogar fast nichts mehr zu sagen, wenn sie sich nicht über die lange Schlange an der Supermarktkasse, das kreischende Kind, das zu heiße/kühle/graue/gerade aktuelle Wetter echauffieren könnten.

Aber ich persönlich sehe das so (und versuche das mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg auch umzusetzen):

Unser Leben ist doch eigentlich wie Joko & Klaas.

Es ist nicht perfekt, aber es hat irgendwie was.

Wenn man es ganz genau betrachtet, macht es manchmal ziemlich dumme Sachen und wenn man noch genauer darüber nachdenkt, macht vieles eigentlich gar keinen Sinn. Ist gelinde gesagt sogar total bescheuert.

Aber wenn man es schafft, nicht alles so furchtbar ernst zu nehmen, nicht jede Kleinigkeit zu zerdenken oder den Sinn der Welt zu entschlüsseln und auch akzeptieren kann, dass nicht alles gleich den Mega-Sinn macht oder eben einfach nur deswegen gut ist weil...na, weil es eben gut ist...

 ...dann macht es doch ziemlich viel Spaß.

Findet ihr nicht?